Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.
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Was ist Demenz?

 
"Demenz geht uns alle an". Es ist keine Krankheit von Randgruppen, sondern kann sowohl Geistig hoch stehende Persönlichkeiten treffen als auch intellektuell einfache Menschen.

Der Begriff Demenz kommt aus dem lateinischen und bedeutet wörtlich "Weg vom Geist" beziehungsweise "ohne Geist". Sie geht einher mit:
  • Einschränkungen der Gedächtnisleistungen
  • Auftreten intellektueller Fehlleistungen
  • Persönlichkeitsveränderungen sowie
  • Nachlassender körperlicher Fähigkeiten und körperlichem Abbau
Ca. 90% aller demenziell erkrankten Menschen leiden an einer irreversiblen Demenz. Die Restlichen 10% leiden an einer Demenz, die auf eine Erkrankung zurückgeht, die – rechtzeitig erkannt – potenziell heilbar ist. Mit ca. 50% ist die Alzheimer Krankheit die häufigste irreversible Demenzform und zählt genauso wie die Demenz mit Lewy-Körperchen mit einem Erkrankungsanteil von ca. 15%, der Demenz bei der Parkinson-Krankheit und den frontotem-Poralen Demenzen, zu den unheilbaren neurodegenerativen Demenzformen. Auch tragen die häufigsten Folgen von Hirndurchblutungsstörungen ebenfalls zur Demenz (bei vaskuläre
Demenz).

Bei der Alzheimer-Krankheit und den anderen neurodegenerativen Demenzen kommt es zum fortschreitenden Untergang der Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen. Bei der vaskulären Demenz geht dieser Nervenzellenuntergang auf größere oder kleinere Schlaganfälle zurück. Die potenziell heilbaren Demenzen sind eine Folgeerscheinung anderer Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangelzustände, Normaldruckhydrocephalus (Altershirndruck), Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Wenn diese Ursachen
rechtzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden, dann wird die Entwicklung einer Demenz verhindert oder teilweise rückgängig gemacht.

Bei vielen Demenzformen besteht ein Vorstadium mit nur leichten Störungen des Gedächtnisses (leichte kognitive Störung) in dem die definitive Demenzdiagnose häufig noch nicht gestellt werden kann, da nur ca. 50% der Betroffenen innerhalb von drei Jahren eine Demenz entwickeln, aber die Störung bei einem Teil der Betroffenen in diesem Zeitraum wieder verschwindet. Diese Patienten sollten regelmäßig in einer Gedächtnissprechstunde (Memory Clinic) oder beim Nervenarzt/Psychiater kontrolliert werden.

Die Demenz kündigt sich beim Betroffenen durch markante Warnzeichen an. Diese können sein:
  • Vergesslichkeit
  • Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen
  • Sprachprobleme
  • räumliche und zeitliche Orientierungsstörungen
  • eingeschränkte Urteilsfähigkeit
  • Probleme mit dem abstrakten Denken
  • liegenlassen von Gegenständen
  • Stimmungs- und Verhaltensänderungen
  • Persönlichkeitsveränderungen und Verlust von Eigeninitiativen
Die bei einer Demenzerkrankung auftretenden Symptome sind nicht bei jedem Klienten gleich stark ausgebildet. Das Ausmaß der Symptome ist abhängig vom Ausmaß und Ausbreitung der Veränderungen im Gehirn, der jeweiligen Persönlichkeitsstruktur, vom Ausbildungsniveau, den Lebensumständen, der körperlichen Verfassung und den Unterstützungsmöglichkeiten der Umgebung. Auch demenziell erkrankte Menschen bemerken, dass etwas mit ihnen  nicht stimmt. Sie erleben ihre Krankheit als Verlust von Kompetenz, Kommunikation, Kontinuität und Kongruenz und reagieren auf jeden dieser Verluste unterschiedlich.
Es wird deutlich, dass kognitive Möglichkeiten bei Menschen mit hirnorganischen Veränderungen zwar stetig und unaufhaltsam abnehmen, aber die Fähigkeit Gefühle wahrzunehmen, zu spüren wie andere mit einem umgehen, bleibt lange erhalten. Verstand und Logik treten immer mehr in den Hintergrund.
Dafür werden Empfindungen immer wichtiger. Das heißt, demenziell erkrankte Menschen registrieren sehr genau nonverbale Signale und spüren ganz deutlich, ob etwas freundlich und ruhig gesagt wurde, oder eher unfreundlich und in Hektik.
Demenz kann in den meisten Fällen nicht geheilt werden. Es stehen zurzeit lediglich  Medikamente zur Verfügung, die das Voranschreiten der Alzheimer-Demenz, der Demenz mit Lewy-Körperchen und der Parkinson-Demenz für einen begrenzten Zeitraum aufhalten und dann verlangsamen können. Eine frühe Diagnose ist sinnvoll, da es besser ist, die Krankheit falls möglich in einem frühen Stadium aufzuhalten als in einem fortgeschrittenen. Dennoch kann der Verlauf der Krankheit durch ein enges, individuell auf den demenziell erkrankten Menschen ausgerichtetes Therapie- und Betreuungskonzept zwischen Ärzten und Pflegepersonen, sowie die perfekte Anpassung der äußeren Lebensumstände des demenziell erkrankten Menschen an seine Bedürfnisse, günstig beeinflusst werden.

Dr. Lutz Drach
Chefarzt der Klinik für Alterspsychiatrie
Carl-Friedrich-Flemming-Klinik
HELIOS Kliniken Schwerin GmbH


weitere Informationen

 
finden Sie unter www.deutsche-alzheimer.de oder in den folgenden Downloads.

Downloads
Die Epidemiologie der Demenz
 
Die neurobiologischen Grundlagen
 
Genetik der Alzheimer-Krankheit
 

 
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